Hausratversicherung

Hausratversicherung Fakten und Vergleich

Eine Hausratversicherung gehört in Deutschland nicht zu den Pflichtversicherungen. Allerdings gehört sie zu den Versicherungen, die nach Möglichkeit jeder abschließen sollte, der einen eigenen Haushalt führt. Im Gegensatz zu einer Gebäudehaftpflichtversicherung oder einer privaten Haftpflicht ist nicht das Gebäude selbst, sondern alles darin versichert.

Versichert sind zum Beispiel Möbel, Elektronik, Kleidung, eben alles bewegliche Eigentum, welches sich innerhalb der eigenen vier Wände befindet. Die Hausratversicherung haftet für nahezu alle Schäden die durch Einbruch, Raub, Sturm, Leitungswasser oder Feuer entstehen. Mit einer zusätzlichen Elementarschadenversicherung kann man sein Eigentum auch gegen Schäden durch Naturgewalten wie Lawinen, Erdbeben oder Überschwemmung versichern.

Wann lohnt sich eine Hausratversicherung?

Eine Hausratversicherung lohnt sich im Grunde für jeden, der es sich nicht leisten kann, zumindest die wichtigsten Haushaltsgegenstände spontan durch neue zu ersetzen. Angenommen, in der Küche bricht ein Feuer aus, das von der Feuerwehr gelöscht wird.

In diesem Fall muss nicht nur der abgebrannte Teil der Küche, beispielsweise der Herd und Schränke inklusive Inhalt ersetzt werden. Allein durch den Rauch sind noch viele weitere Schäden entstanden, die sich ohne Neukauf nicht beheben lassen. Hinzu kommen noch Schäden durch das Löschwasser. Rauch und Löschwasser richten nicht nur in der betroffenen Küche Schäden an, sondern können Objekte in der ganzen Wohnung in Mitleidenschaft ziehen. Möglicherweise hat das Löschwasser auch teure Elektronikartikel beschädigt oder zerstört, die ebenfalls ersetzt werden müssten.

Eine Hausratversicherung kann sich in solchen Fällen also als wirklich nützlich erweisen, denn sie übernimmt die Kosten für adäquaten Ersatz. Auch als Einbruchsopfer braucht man sich mit einer Hausratversicherung keine großen Sorgen zu machen. Sofern man nicht grob fahrlässig gehandelt hat (bspw. in Abwesenheit die Haustür offen stehen lassen), bekommt man die Kosten für die gestohlenen Objekte und sonstige durch den Einbrecher entstandenen Schäden erstattet.

Besonders für Studenten und andere Menschen mit geringem Einkommen lohnt sich eine Hausratversicherung. Die Jahresbeiträge einer Hausratversicherung werden anhand unterschiedlicher Kriterien festgelegt. Dazu gehört auch der Versicherungswert. Wer viele teure Güter in der Wohnung hat zahlt mehr als jemand, bei dem dies nicht der Fall ist.

Was ist versichert?

Grundlegend ist jede Form von Hausrat versichert, wie zum Beispiel Unterhaltungselektronik, sonstige Elektrogeräte, Kleidung, Möbel, mobile bzw. entfernbare Einrichtungsobjekte wie Laminat etc. Kurzum, alles, was nicht fester Bestandteil des Wohngebäudes ist. Auch Wertsachen sind versichert, jedoch haben viele Anbieter hierfür eine Obergrenze oder leisten nur Ersatz, wenn Schmuck beispielsweise in einem sicheren Safe aufbewahrt wird, wenn man ihn nicht gerade trägt.

Der Versicherungsschutz erstreckt sich nicht nur über die eigenen vier Wände, sondern gilt auch für abschließbare externe Räume wie die Garage oder Kellerräume in Mehrfamilienhäusern. In der Regel nicht versichert sind Fahrräder und Glas. Versicherungsschutz für Fahrräder und Glas lässt sich jedoch bei quasi jedem Anbieter als Option hinzubuchen.

Eine Hausratversicherung übernimmt meist auch die Kosten für Schäden an Objekten, die sich überwiegend in den versicherten Räumlichkeiten befinden. Nimmt man zum Beispiel seine Stereoanlage mit in ein sicher abschließbares Gartenhaus von Bekannten und sie wird bei einem nachweisbaren Einbruch mit Gewaltanwendung gestohlen, sind viele Anbieter bereit, auch dafür die Kosten zu übernehmen.

Ebenfalls versichert sind Schäden durch Raub. Raub bezeichnet Diebstahl unter Gewalteinwirkung oder Androhung von Gewalt. Wird man auf der Straße überfallen und jemand fordert mit vorgehaltener Waffe die Herausgabe des Handys, bekommt man üblicherweise den Wert des Geräts ersetzt, wenn man der Aufforderung nachkommt um sein Leben zu schützen.

Generell nicht versichert sind Schäden durch Verschleiß oder Defekte. Gibt der Fernseher einfach nur den Geist auf, leistet die Hausratversicherung weder inner- noch außerhalb des Garantiezeitraums Ersatz. Gleiches gilt für Schäden durch Unaufmerksamkeit, beispielsweise durch Fallenlassen. Es gibt aber auch viele günstige Versicherungstarife, die auch Schäden durch grobe Fahrlässigkeit bis zu einer Obergrenze versichern. Ist man z. B. mit seinem Laptop auf dem Weg von der Küche ins Wohnzimmer, bekommt man also meist zumindest einen Teil des Schadens ersetzt, sollte er kaputt gehen, weil man stolpert und ihn fallen lässt.

Welche Schäden sind versichert?

Grundsätzlich sind Schäden versichert, die durch eine dieser Ursachen ausgelöst wurden:

  • Feuer
  • Explosion
  • Sturm
  • Hagel
  • Raub
  • Einbruchdiebstahl
  • Leitungswasser
  • Blitzschlag

Damit die Versicherung Schäden durch Leitungswasser reguliert, muss dieses bestimmungswidrig austreten. Das ist zum Beispiel im Falle eines Rohrbruchs oder einer auslaufenden Geschirrspül- oder Waschmaschine gegeben. Während bei Schäden durch Feuer eventuelle Folgeschäden, wie z. B. Schäden durch Löschwasser, ersetzt werden, muss man beim Blitzschlag genauer in die Leistungsbedingungen schauen.

Schäden, die direkt durch einen Blitzschlag entstehen, sind generell abgedeckt. Anders sieht es jedoch aus, wenn durch den Blitzschlag Überspannungsschäden entstehen. Überspannungsschäden werden in vielen Fällen nur bis zu einer gewissen Obergrenze reguliert.

Was bei einer Hausratversicherung beachten?

Das oberste Gebot beim Abschluss einer Hausratsversicherung ist die Versicherungssumme. Die Versicherungssumme muss unbedingt realistisch festgelegt werden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist die, eine Inventarliste anzulegen. Mit dieser geht man durch die ganze Wohnung und notiert den Neuwert aller Hausratsgegenstände.

Neuwert bezeichnet nicht den damaligen Kaufpreis, sondern den aktuellen Marktpreis für das jeweilige Objekt. Hat ein Hersteller z. B. das Modell eines Flachbildfernsehers nicht mehr im Programm, nimmt man den Preis für das Nachfolgemodell oder einen Fernseher mit vergleichbaren Funktionen und Werten.

Die etwas ungenauere Alternative zur Inventarliste ist die Pauschale Festlegung des Wertes auf 650 Euro pro Quadratmeter. Dieser Wert wird von den meisten Experten empfohlen.

Die Versicherungssumme richtig zu bemessen ist wichtig, damit keine Unterversicherung besteht. Eine Unterversicherung liegt vor, wenn der versicherte Hausrat mehr Wert ist als die Versicherungssumme. Ist der Hausrat beispielsweise 70.000 Euro wert, die Versicherungssumme beträgt aber nur 40.000 Euro, leistet der Versicherer im Schadenfall maximal anteilig. Überversicherung ist in der Regel kein Problem. Wer einen höheren Wert versichert als er müsste, zahlt schließlich auch entsprechend höhere Beiträge.

Ein weiterer elementarer Punkt ist selbstverständlich der Leistungsumfang der Hausratversicherung. Es gibt sehr viele günstige Tarife, die mit dem Leistungsumfang teurer Tarife durchaus mithalten können.

Besonders wichtig ist der Punkt „Verzicht auf grobe Fahrlässigkeit“. Ist dies nicht im Leistungsumfang aufgelistet, zahlt die Versicherung bei grober Fahrlässigkeit nichts. Mittlerweile bieten auch viele günstige Tarife den Verzicht auf grobe Fahrlässigkeit. Im Regelfall ist hier eine Obergrenze festgelegt.

Autobesitzer sollten darauf achten, dass Diebstahl aus dem Auto mitversichert ist. In den meisten Fällen ersetzt eine Hausratversicherung Schäden durch Diebstahl aus dem Auto vollständig, es sei denn, man hat teure Wertgegenstände für jeden sichtbar im Auto gelassen, bspw. eine teure Digitalkamera offen auf dem Beifahrersitz.

Wichtig ist auch, die Folgen eines Schadens zu versichern. Ist das Haus nach einem Brand oder Wasserschaden nicht mehr bewohnbar, muss die Möglichkeit bestehen, in ein Hotel auszuweichen. Die Hausratversicherung sollte den Hotelaufenthalt so lange bezahlen, bis die Schäden beseitigt sind und man wieder in die eigenen vier Wände zurückkehren kann. Als Faustformel sagt man, eine gute Hausratversicherung übernimmt Hotelkosten in Höhe von mindestens 100 Euro pro Tag über einen Zeitraum von mindestens 100 Tagen.

Wie die beste Hausratversicherung finden?

Um die individuell beste Hausratversicherung zu finden, bieten sich Vergleichsrechner im Internet an. Diese Rechner sind in der Regel auf dem neuesten Stand und ermöglichen einen ganz unkomplizierten Tarifvergleich. Benötigt werden üblicherweise folgende Angaben: Postleitzahl, Größe der Wohnfläche und Versicherungssumme. Die Postleitzahl wird benötigt, da die Höhe der Beiträge auch von der Wohngegend abhängig ist. Lebt man z. B. in einem Bezirk mit sehr hoher Einbruchsquote, zahlt man höhere Beiträge als in Bezirken mit geringem Einbruchsrisiko.

Nach Eingabe der Basisdaten wird man üblicherweise nach ein paar wenigen Angaben gefragt, die den Versicherungsschutz anbelangen. So kann man bereits jetzt wählen, ob man Tarife inklusive Glas- oder Fahrradversicherung angezeigt bekommen möchte. Anschließend erscheint eine Liste mit allen infrage kommenden Tarifen.

Mit nur wenigen Klicks kann man die Liste weiter filtern und dadurch beispielsweise Tarife ausblenden, bei denen man im Schadenfall eine Selbstbeteiligung zahlen muss. Mehrere infrage kommende Tarife kann man aus der Liste auswählen und die Leistungsdaten einsehen. In einer Tabelle werden die Leistungen der einzelnen Angebote übersichtlich nebeneinander dargestellt, sodass man sofort sehen kann, wie sich die Leistungen der Tarife unterscheiden. Oftmals stellt man dabei fest, dass es nicht automatisch ein teurer Tarif sein muss, sondern viele vermeintliche Billigtarife einen sehr guten Leistungsumfang bieten.

Hausratversicherung Test

Auf der Suche nach der besten Hausratversicherung sind Testberichte eine große Hilfe. Man sollte nur beachten, wer den Test durchgeführt hat und in welchem Jahr er durchgeführt wurde. Die Versicherungsbedingungen der einzelnen Anbieter werden immer wieder angepasst, sodass frühere Testergebnisse nicht automatisch auf die aktuellen Tarife übertragen werden können. Ein Vergleich mehrerer Testberichte kann dennoch hilfreich sein, da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass ein Testsieger-Tarif von vor drei Jahren heute immer noch sehr gut, vielleicht sogar noch besser, ist.

Die Testberichte von Stiftung Warentest gelten gemeinhin als sehr objektiv und zuverlässig. Das gilt auch für den letzten großen Hausratversicherungen Test, den Stiftung Warentest im Jahr 2014 durchgeführt hat.

Aufgrund der Besonderheiten bei der Beitragsberechnung in Abhängigkeit vom Wohnort ist es schwierig, einen klaren Testsieger zu benennen. Stiftung Warentest hat Tarife anhand eines Modellhauses in unterschiedlichen Städten verglichen. Die Tarife mussten bestimmten Leistungsanforderungen entsprechen.

Im Test war die Docura der günstigste Anbieter für Hausratversicherungen in Darmstadt, Köln und Hannover. Anhand der Ergebnisse wird schnell deutlich, wie sehr sich die Risikoeinstufung der Versicherungen auf die Beiträge auswirken. In Köln kostete die Versicherung des Modellhaushalts pro Jahr 161 Euro, in Hannover und Darmstadt dagegen nur 115 Euro. In Altenburg erwies sich die WGV mit 99 Euro pro Jahr als günstigster Anbieter. Generell zufrieden waren die Tester mit dem Tarif „Top-Vit“ der GVO. Der Tarif war zwar im Schnitt 30 bis 50 Euro teurer als die günstigsten Angebote, bot dafür aber auch einen sehr guten Leistungsumfang.

Stiftung Warentest empfiehlt, Versicherungsvergleiche regelmäßig einmal pro Jahr durchzuführen. Da sich die Versicherungsbedingungen relativ häufig verändern und der Leistungsumfang in der Regel eher größer als kleiner wird, kann man mit einem Tarifwechsel Geld sparen, ohne geringere Leistungen inkaufnehmen zu müssen.

Weitere Quellen:

Hausratversicherung Test